Bürgermeister empfängt German Friendships Familie im Rathaus

„Die German Friendships sind eine der wichtigsten Veranstaltungen für diese Stadt“, betonte der Herforder Bürgermeister Tim Kähler beim Besuch der internationalen Teilnehmer aus 30 Ländern am Donnerstag in seinem Rathaus. Angeführt von der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen als Schirmherrin kamen die einhundert Kinder und Jugendlichen mit Eltern oder Gasteltern, Pferdebesitzern und Sponsoren in den historischen holzgetäfelten Sitzungssaal.

Fahnenschwenkend erwarteten die Kinder auf der breiten Treppe zum Rathaus die sechs Kutschen mit denen die Ehrengäste vom Bexter Hof ankamen. Großer Moment für Bernhard Geldmeier, als er die Bundesministerin der Verteidigung und Turnierleiter Lars Meyer zu Bexten mit Dr. Reinhard Göhner und Dr. Gerhard F. Braun als Unterstützer des Turniers aus seiner von zwei Dunkelbraunen gezogenen Kutsche entließ. Jagdhornbläser vom Bexter Hof bliesen die Begrüßungsfanfare zum Einmarsch in das Rathaus.

Dreisprachig umriß der Bürgermeister den internationalen Freundschaftsgedanken. „Wenn man sich kennen lernt, hat Rassismus keine Chance.“ Er hob außerdem die Bedeutung des Reitsports für Herford hervor. „Dieser Sport  ist hier groß und hat Herford weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht.“ Mit einem französischen „Bonne Chance“ für die sportlichen Wettkämpfe ab Freitag gab er weiter an die Bundesministerin, die zum vierten Mal als Schirmherrin Gast im Rathaus war.

Das Turnier-Motto „Friendships not Championships“ gab ihr die Rede vor. „Wir wollen schönen Sport sehen und glückliche Momente. Aber wenn etwas schief geht, dann nehmt Euch in den Arm und tröstet Euch.“ Ungewohnt ernst führte die Ministerin den Gästen vor Augen, warum die German Friendships etwas Besonderes sind. Aus persönlichem Erleben schilderte sie das Schicksal eines Jungen aus Syrien, der vor dem Bürgerkrieg in seinem Land auf der Sonnenseite gelebt und das Turnier auf den Bexter Höfen als erfolgreicher Reiter mitgemacht hat. Nach Flucht und Trennung von seiner Familie muss er sich jetzt allein in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Türen geöffnet haben ihm seine Kontakte, die er in Herford geschlossen hat, und Rückhalt geben ihm die internationalen Reiterfreundschaften, die über soziale Netzwerke weiterleben. „Schließt Freundschaften hier und bleibt in Verbindung“, riet die siebenfache Mutter. Aus ihrem Blickwinkel auf die Weltsituation urteilte sie abschließend: „Vielleicht kommt ein Tag, wenn Euch Eure Freunde brauchen – oder Ihr braucht sie.“
 


30.07.2015