Fesselnde Show-Premiere aus Sport und Action

Erst verzauberte das geflügelte Götterpferd Pegasus. Dann riss der rasende Schecke Bram mit seinen Herdengenossen holländischer Stuntreiter die Zuschauer beim Showabend der Sparkassen German Friendships wieder aus ihren Träumereien. „Kontrastprogramm, das wollen die Leute sehen, und das haben wir hingekriegt“, freute sich Turnierleiter Lars Meyer zu Bexten. Schon vor dem letzten Run am Samstag stand fest: Der Showabend wird zum festen Bestandteil der Sparkassen German Friendships. „Das machen wir wieder,“ hieß es.

Die Siegerrunde der „Gold Tour“ der Friends Forever, den älter gewordenen German Friendships Reitern, brachte den sportlichen Höhepunkt des Abends. Acht Reiter hatten sich qualifiziert, davon Jule Lüneburg gleich mit zwei Pferden. Parcours-Chef Klaus Wilhelm Holle hatte fünf Doppel-Nuller vorhergesagt, aber nur zwei sind es geworden. Chantelle Bremer (Donauwörth-Mertingen) und die Schimmelstute Cadela als vorletzte Starter gewannen das Ein-Sterne-S-Springen ohne Fehler in 38,77 Sekunden. Platz zwei ging an Luisa Bahrs (Vorsfelde) mit Connycor (0/41.61). Platz fünf für die Holsteinerin Jule Lüneburg und Alcassina. Sie waren die schnellsten, aber mit vier Fehlern aus der Vorrunde belastet. „Mein vierter Sieg in S heute mit ihr“, freute sich Gewinnerin Bremer über ihr Pferd.

Kulturellen Austausch der unerwarteten Art erlebte Faisal Alkali aus Saudi-Arabien, der in diesem Jahr zu den Friendships-Reitern aus dreißig Ländern der Welt gehört. Im Show Programm startete er zum ersten Mal in seinem Leben im Wettlauf gegen einen Border-Colie vom „Pfotendorf“ Löhne und fand heraus, dass diese Hunde schnell sind. „Habe ich noch nie gemacht, aber versuche ich wieder“, steckte er die „Niederlage“ schnell weg.

Dann kam Pegasus. Der elegante Fuchs heißt zu Hause Böhmers As und ist vor 20 Jahren in Lingen bei seiner Reiterin Martina Böhmer geboren. Sie reitet mit ihm S-Lektionen ohne Zügeleinwirkung, ihre Arme werden zu Flügeln unter einem weiten Glitzer-Umhang. Ein Engel in Traversalen und Serienwechseln, so schien es. Selbstmörder unterwegs – so sahen im Kontrast dazu die „Future Guys“ aus: Saltos vorwärts, rückwärts, drei Cowboys und zwei Cowgirls aus Holland über, neben und unter ihren Pferden und einem Muli. „Versuchen Sie das nicht zu Hause“, warnte das Moderatoren-Team, und es gab wohl keinen, dem das in den Sinn gekommen wäre angesichts der Stunts in rasendem Galopp auf einem abgesteckten Rundkurs.

Die Herforder Veranstalter haben die richtige Karte gezogen. Das zeigte schon der Parkplatz an den Bexter Höfen, der noch nie so voll war wie in diesem Jahr. „Das hatten wir wohl noch nie, dass der Platz nicht ausgereicht hat“, kramte Ulrich Meyer zu Bexten in seiner Erinnerung. Und völlig begeistert waren Rosemarie Rinker und ihr Sohn Tom, die als Ur-Herforder bisher jedes German Friendships Turnier besucht haben. Von ihrem neuen Wohnort im Rhein-Sieg Kreis haben Mutter und Sohn ihr Zelt gepackt, um auch die 9. Auflage nicht zu verpassen. „So klasse war es noch nie“, fand Autogramm-Sammler Tom.


01.08.2015