Karriere-Start in Herford - Von den Friendships zur Weltmeisterschaft

Oliver LazarusOliver Lazarus

Er ist der Super Star der German Friendships: Mit 17 aus Südafrika zu den Teamspringen nach Herford gekommen, inzwischen bei zwei Weltmeisterschaften der Springreiter dabei gewesen und jetzt zehn Jahre später selbständig im internationalen Springsport mit einem Stall in Belgien. Die Karriere von Oliver Lazarus ist bemerkenswert. Und in Herford hat alles begonnen!

Wir schreiben das Jahr 2005, letzte Juli-Woche, Mittwoch. Die bekanntesten Springreiter Deutschlands kommen nach Herford, um eine Top Ten-Trainingsstunde zu geben für die Kinder und Jugendlichen, die aus aller Welt zu den German Friendships angereist sind. Mit dabei: Ludger Beerbaum, mehrfacher Olympiasieger und die Nummer 1 der Welt-Liste. Alle erstarren in Ehrfurcht, auch Oliver Lazarus aus Südafrika. Er ist Wettkampf-Druck gewohnt, hat schon Championate für Südafrika geritten, aber ein unbekanntes Pferd unter dem Sattel und sooo ein Trainer in der Bahn. Man weiß, dass Beerbaum wenig übrig hat für Reiter, die nicht wirklich etwas erreichen wollen, die nicht ernsthaft bei der Sache sind, nicht bereit sind, das Letzte von sich selbst zu fordern…. Oliver Lazarus reitet gefühlvoll, clever, setzt die Anweisungen des Meisters so gut um, dass der beeindruckt ist. „Oliver hat bei den wunderbaren German Friendships geritten, wo er das Glück hatte eine Reitstunde bei dem großen Ludger Beerbaum zu bekommen. Der hat ihn dann eingeladen bei ihm zu trainieren und zu reiten. Und seit er 17 ist war Oliver in Deutschland, meistes bei Beerbaum, wo er ein unvergleichliches Training genossen hat”, fasst die Mutter Penny Lazarus Jones zusammen, was dann weiter geschah. 

Seine Mutter Penny hat Oliver zum Reiten gebracht. Als Baby saß er auf ihrem Rücken, wenn sie die Farm in Swaziland abritt, wo Oliver geboren ist. Das Gefühl für Pferde hat er tatsächlich mit der Muttermilch eingesogen. Schon früh stand fest, dass er Springreiter werden wollte. Die Erfolgskurve ging steil nach oben. Schon bald war er ein “Springbok“ oder “Protea”-Reiter. Der Springbock ist das Wappentier Südfrikas, die Protea-Blume die typische Pflanze des Landes. Die National-Teams benennen sich danach. In der Children-Klasse, als Junior und nach 2006 auch als Erwachsener hat Lazarus Nationen-Preise für sein Land geritten. 

Seit dem fulminanten internationalen German Friendships-Start hat Lazarus zwei Weltmeisterschaften für sein Land bestritten. 2010 in Kentucky mit Silver Spring beendete er die Wertung auf Platz 34. Vier Jahre später in Caen/Frankreich war er zehn Plätze verbessert. Mit Pour le Poussage wurde er 24.   
Zwei Pferde haben ihn ganz besonders geprägt. Der Schimmel Crocket 18, den er inzwischen leider an Krebs verloren hat und Cassiano Z, der zu Hause nur Goofy genannt wurde. Er ist jetzt im Ruhestand in Schweden. Mit diesen beiden und zahlreichen anderen Pferden hat Lazarus seinen Weg gemacht in die internationalen Siegerlisten. Großer Preis von Norwegen, Bremen oder Donaueschingen, wo er mit Goofy zweiter wurde – viele Schleifen seit den ersten internationalen Schmuckstücken in Herford. 
 
Jetzt ist der German Friendships Shooting Star 27 und hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Selbständig sein, mit einem eigenen Stall auf der Anlage eines Freundes in Belgien. Er trainiert dort junge Pferde mit dem Ziel, sie auf 4- oder 5-Sterne-Niveau zu bringen und fit zu machen für seinen nächsten Start bei einem Championat. Außerdem reist er viel und gibt Lehrgänge: in Dubai, in Kalifornien, in Australien. Zu den German Friendships 2015 kommt er gerade aus Südafrika, wo er für zehn Tage unterrichtet hat. 

Die Turniertage auf dem Bexter Hof sind ein fester Termin für Lazarus. Vor zwei Jahren hat er das beste Pferd der Champions Trophy mitgebracht. Nur ein Abwurf mit den vier Reitern ist seiner Stute Quatell unterlaufen.  “Ich komme immer wieder gerne nach Herford. Die German Friendships haben mir die Türen geöffnet und deshalb tue ich was ich kann, um etwas davon zurückzugeben. Wenn man mich ruft, zum Top Ten Training oder zur Champions Trophy, dann bin ich dabei. Dieses Turnier ist einfach eine einzigartige Chance für junge Reiter mit Ambitionen im Sport. Ich freue mich jetzt schon auf das Wiedersehen auf dem Bexter Hof.“
Immer wieder:  Herzlich willkommen bei uns, Oliver. 
 


27.07.2015