Zwei Bundesministerinnen mit Spaß am Pferd

Wenn sich zwei Bundesministerinnen etwas vom Pferd erzählen, dann entsteht daraus ein gutes Netzwerk, das auch über Parteigrenzen hinweg trägt. In herzlichem Einverständnis begegneten sich Ursula von der Leyen und Andrea Nahles am Freitag beim Empfang zum Auftakt der Sparkassen German Friendships in Herford. Beide verbindet eine Liebe zu Pferden,  die sie auch schon über Krisen in Koalitionen gebracht hat. Während die Verteidigungsministerin als Schirmherrin seit acht Jahren Stammgast auf den Bexter Höfen ist, erlebte die Arbeitsministerin zum ersten Mal das internationale Jugendturnier mit Teilnehmern aus 30 Nationen. „Eine unverkrampfte Form der Völkerverständigung“, griff Nahles die Atmosphäre sofort auf.

Sonnig und sozialpolitisch war der Auftakt des internationalen Jugendturniers. Im Garten der Familie Meyer zu Bexten kamen zweihundert Gäste aus Politik und Gesellschaft, Verwaltung und Industrie zusammen als Unterstützer des Mottos „Friendships not Championships“. Unter der Überschrift „Chancen für alle“ wurden ernsthafte Themen behandelt. Internationale Vielfalt, Teamwork und Wettbewerb: Während die hundert jungen Teilnehmer aus dreißig Ländern das über fünf Tage in Herford beim Sport mit Spaß umsetzen, zogen die Redner Parallelen zur Berufswelt und zum Arbeitsmarkt. Wolfgang Goebel, Vorstand von McDonald’s Deutschland, beleuchtete die Situation der Arbeitgeber, in deren Bundesvereinigung er auch zum Präsidium gehört. Unbesetzte Ausbildungsplätze und Mitarbeiter aus 125 Nationen –„wir sind gelebte Willkommenskultur“ -  sind Fakten, die er an seinem 54. Geburtstag den Gästen erläuterte. 

Dazu passte die Forderung von Pfarrer Prof. Dierk Starnitzke nach Chancen auf dem Arbeitsmarkt auch für Menschen mit Behinderungen. Der Vorstandssprecher der Diakonischen Einrichtung Wittekindshof hatte die Arbeitsministerin als direkte Ansprechpartnerin. „Nicht erst im Zeitalter unbesetzter Arbeitsplätze haben wir auch bei Menschen mit Behinderungen Schätze, die wir gemeinsam heben können,“ pflichtete Nahles bei.  Mit Interesse verfolgte sie das Wittekindshof-Projekt „Aktion 5“ als besonderes Ausbildungsangebot im therapeutischen Reiten zum Pferdeassistent. Über Reiten als Therapie gegen Hüftbeschwerden hat die Ministerin vor Jahren am eigenen Leib erfahren, wie gut Pferde tun. Inzwischen reitet sie Dressur. „Wie gut spielt keine Rolle. Entscheidend ist der Spaß dabei.“

Spaß und Freude mit Pferden teilt Nahles mit ihrer Ministerkollegin von der Leyen und allen, die im Netzwerk der German Friendships verwoben sind. Als neue Räder im Getriebe empfahlen sich Jonathan Ding aus Peking und die Sterneköchin Cornelia Poletto aus Hamburg. Der Chinese reitet zum ersten Mal in Deutschland und die neue „Botschafterin der German Friendships“ fiebert als „Reiter-Mutter“ mit, wenn ihre Tochter Paola sich mit Jonathan als Team-Partner auf den Weg ins Finale macht.  „Das hier ist ganz sicher mehr als irgendein weiteres großes Turnier“, pflichtete Poletto der Schirmherrin  bei. Beide prominenten Damen hatten den selben Gedanken gehabt als sie zum ersten Mal eingeladen wurden durch Ulrich Meyer zu Bexten.


30.07.2015